Spende Zootier des Jahres

Gemeinschaft der Förderer von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e.V. - 25 Projekte

Das Krokodil ist das „Zootier des Jahres 2021“. Mit den Einnahmen aus der Aktion "Zootier des Jahres 2021" werden Artenschutzprojekte für Krokodile unterstützt.

Deutschland
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Krokodile teilten sich ihren Lebensraum bereits mit den Dinosauriern. Seit mehr als 200 Millionen Jahren bevölkern sie in ihrer Entwicklung nahezu unverändert unseren Planeten. Bis der Mensch auftauchte.

Die Menschen dringen bis heute immer weiter in den Lebensraum der Krokodile ein, töten sie, weil sie die Tiere als Gefahr für sich und ihre Haustiere ansehen. Ihr Fleisch und die Eier werden verzehrt. Die Moschusdrüsen der Krokodile werden zur Parfümherstellung genutzt. Und weil Krokodile Fische fressen, gelten sie als Konkurrenten der Fischer. Zusätzlich dezimiert der Lebensraumverlust, etwa durch den Bau von Dämmen, sowie die zunehmende Wasserverschmutzung die Krokodilbestände. An den Rand der Ausrottung brachte die Krokodile jedoch insbesondere die wachsende Nachfrage nach ihrer Haut, weil die Modeindustrie anfing, daraus Handtaschen, Schuhe, Koffer, Gürtel und andere Waren herzustellen.

Viele Krokodilarten gelten daher als gefährdet und sechs Arten werden von der IUCN bereits als „von der Ausrottung bedroht“ (CR) eingestuft. Mit der Ernennung zum „Zootier des Jahres 2021“ möchten wir zusammen mit der Unterstützung unserer Kampagnenpartner und der Zoogemeinschaft Lobbyarbeit und ganz konkreten Artenschutz für Krokodile betreiben.

Der Förderverein von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e. V. unterstützt diese Artenschutzkampagne auch in diesem Jahr wieder.

Zu den „von der Ausrottung bedrohten“ Krokodilen zählen das Philippinenkrokodil (Crocodylus mindorensis), das Siamkrokodil (C. siamensis) und das Kubakrokodil (C. rhombifer). Die „Zootier des Jahres“ Kampagne 2021 wird deshalb drei Projekte finanziell unterstützen, die sich für den Erhalt dieser Krokodilarten einsetzen. Neben dem Lebensraumschutz, nachhaltigen Nachzucht- und Auswilderungsprojekten, Umweltbildung und Forschungsaufträgen, werden auch Lösungsansätze für ein besseres Zusammenleben von Menschen und Krokodilen aufgezeigt.

Schutzprojekt Philippinenkrokodil

In der Natur leben nur noch knapp 100 Philippinenkrokodile (Crocodylus mindorensis). Die Art wird daher als von der Ausrottung bedroht eingestuft. Seit vielen Jahren bauen Nachzuchtprojekte vor Ort und Zoologische Gärten in Europa, Amerika und Australien gemeinsam einen Bestand in menschlicher Obhut auf. Da die Haltung der Krokodile kompliziert ist und der Nachwuchs erst mit ca. 15 Jahren geschlechtsreif wird, ist das eine mühselige Aufgabe. Mittlerweile ist der Zoobestand stabil genug, um Tiere aus Europa in einem philippinischen Naturschutzgebiet, unter wissenschaftlicher Betreuung, auszuwildern. Die „Zootier des Jahres“- Kampagne finanziert den Bau neuer „soft-release“ Auswilderungsanlagen für Krokodile und einer weitere Nachzuchtstation direkt in dem Auswilderungsgebiet. Zudem soll ein Zentrum für Umweltbildung, sowohl für Einheimische als auch für Touristen, entstehen und ein Konzept für nachhaltigen Tourismus in der Region umgesetzt werden.

Schutzprojekt Kubakrokodil

Die nur in den Süßwassersümpfen Kubas vorkommenden Krokodile (Crocodylus rhombifer) sind stark von der Ausrottung bedroht, was besonders der Jagd auf ihr begehrtes Krokodilleder und ihres kleinen Verbreitungsgebiets geschuldet ist. Um dem entgegenzuwirken, wurde die Erhaltungszuchtstation Zapata Crocodile Farm (ZCF) gegründet. Die Nachzuchtbemühungen der seltenen Krokodile verliefen bisher sehr erfolgreich, sodass jetzt wieder Kubakrokodile in den Sümpfen angesiedelt werden. Mit den Kampagnengeldern können Kubakrokodile unter kontrollierten Bedingungen ausgewildert werden. Um die Biologie der Tiere weiter zu erforschen und sie vor illegaler Wilderei zu schützen, erhalten einige der Krokodile GPS-Sender. Zudem finden parallel Öffentlichkeitsarbeit und eine „Imagekampagne“ von Global Wildlife Conservation (GWC) für Krokodile statt.  

Schutzprojekt Siamkrokodil

Durch den Handel mit Krokodilhäuten, die Nutzung der Krokodileier und den Lebensraumverlust ist das Siamkrokodil (Crocodylus siamensis) mittlerweile von der Ausrottung bedroht. Es existieren nur noch wenige kleine Populationen in Kambodscha, Laos und Thailand. Derzeit wird ein weiteres Vorkommen auf Borneo vermutet. Dies soll nun über das Monitoring mittels Umwelt-DNA (eDNA) geklärt werden. Nur so können rechtzeitig Schutzmaßnahmen für die seltenen Krokodile eingeleitet werden.

Die Rolle der Krokodile im Ökosystem

Krokodile haben, wie viele andere Beutegreifer auch, ein Imageproblem. Sie werden oft als menschenfressende „Monster“ angesehen und so zu Hauptdarstellern in dem ein oder anderen Hollywoodfilm. Tatsächlich übernehmen Krokodile eine äußerst wichtige Aufgabe für ihre Umwelt: da sie unter anderem Aas fressen, reinigen sie die Gewässer und anliegende Landflächen von Kadavern. Wenn sie jagen, haben sie es besonders auf unaufmerksame, schwache, verletzte und kranke Tiere abgesehen. Sie regulieren die Bestände räuberischer Welse oder Piranhas, die sich ihrerseits von für den Menschen bedeutenden Speisefischen ernähren.

Entfernt man Krokodile aus diesem Kreislauf, gerät das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen. Durch den Ausfall der großen Jäger nehmen die Populationen der Raubfische zu und viele andere Organismen wie Bakterien, Algen, Krebstiere, Weichtiere oder Wasserinsekten verschwinden, weil sie auch auf die Hinterlassenschaften der Krokodile angewiesen sind.

Die negativen Auswirkungen auf die Ökosysteme in den Heimatländern der Krokodile machen ihren Schutz daher besonders wichtig

Weitere Informationen:
https://www.freunde-hauptstadtzoos.de/artenschutz/zootier-des-jahres

 

Gemeinschaft der Förderer von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e.V.

25 Projekte aktiv

Berlin: Eine Stadt – Zwei Zoos - Ein Förderverein. Die Gemeinschaft der Förderer von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel den Tierpark Berlin und den Zoo Berlin ideell und materiell zu fördern.

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